Pflichtverteidigung

Die Pflichtverteidigung ist keine Sonderform der Strafverteidigung, sondern ein vom Gesetz eingerichtetes Schutzinstrument. In bestimmten gesetzlich geregelten Fällen soll der Beschuldigte ohne Rücksicht auf seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse verteidigt werden. Es handelt sich hierbei um die sogennante notwendige Verteidigung.

Zustandekommen einer Pflichtverteidigung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie eine Pflichtverteidigung zustande kommen kann. Eine Möglichkeite besteht darin, dass die Staatsanwaltschaft oder das Gericht feststellen, dass ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt. In diesem Fall muss der Beschuldigten informiert und ihm die Möglichkeit geben werden, binnen einer Frist – in der Regel einer Woche – einen Anwalt zu benennen, der dann zum Pflichtverteidiger bestimmt wird. Von dieser Möglichkeit sollte jeder Beschuldigte Gebrauch machen. Da sonst das Gericht einen Anwalt bestellt. Somit ist sichergestellt, dass die eigenen Interessen des Beschuldigten bestmöglich gewahrt werden. Die andere Möglichkeit ist, dass der Anwalt im laufenden Ermittlungsverfahren sieht, dass die Voraussetzungen für eine notwendige Verteidigung erfüllt sind und seine Beiordnung als Pflichtverteidiger beantragt.

Warum Pflichtverteidigung?

Warum kann Pflichtverteidigung interessant sein? Ein Punkt ist sicherlich die Kostenfrage. Nach einer Beiordnung als Pflichtverteidiger werden die Gebühren für die Pflichtverteidigung zunächst aus der Staatskasse bezahlt. Eine Erstattungspflicht entsteht nur im Falle einer Verurteilung. Ein anderer Punkt ist, dass über die Pflichtverteidigung immer die Anwesenheit eines Verteidigers und so für den Beschuldigten Waffengleichheit mit Staatsanwaltschaft und Gericht sichergestellt ist. Auch aus diesem Grund sollte der Pflichtverteidiger nach Möglichkeit immer selbst ausgewählt und bei der Wahl ein auf Strafrecht spezialisierter Anwalt bevorzugt werden.