Zeugenbeistand

Es gibt für jeden Bürger eine dritte Möglichkeit mit den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz in Kontakt zu kommen: als Zeuge. Zeugen haben besondere Pflichten. Ein Zeuge hat aber auch Rechte, die er häufig selbst nicht kennt. Zudem sind die Grenzen zwischen Zeugen und Beschuldigtem und Zeugen und Geschädigtem häufig fließend.

Wie wird man Zeuge?

Juristisch definiert wird der Zeuge als persönliches Beweismittel, eine Beweisperson, die in einem nicht gegen sie selbst gerichteten Strafverfahren Auskunft über die Wahrnehmung von Tatsachen gibt. Das heißt, Zeuge ist der, der für ein Strafverfahren relevante Wahrnehmungen berichten kann. Ein Opfer ist ebenso ein Zeuge wie eine unbeteiligte Person. Der Zeuge ist verpflichtet, zu einer Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft und dem Gericht – nicht bei der Polizei, das ist ein weit verbreiteter Irrglaube – zu erscheinen und über seine Wahrnehmungen Auskunft zu geben, sofern er nicht im Einzelfall ein Schweigerecht hat.

Rechte des Zeugens

Was für Rechte der Zeuge im Einzelfall hat, liegt nicht immer auf der Hand. Hierzu bedarf es einer Einzelfallprüfung, die nicht mit den Strafverfolgungsbehörden stattfinden sollte. Denn Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht haben ein Interesse an einer Aussage. Der Zeugenbeistand kann mögliche Fallstricke bereits im Vorfeld erkennen, dem Zeugen seine individuellen Rechte und Pflichten erläutern und ihn zur Vernehmung begleiten.